Ja, noch ein Lifestyle-Blog

Das Social Web hat mehr Blogs zu bieten, als ein österreichischer Wald nach einem feuchten Sommer Schwammerln. Aber, auch wenn dem natürlich einige widersprechen würden, ich finde ja, gerade in dieser Angelegenheit ist mehr immer besser. Und nicht zuletzt deshalb habe ich mich jetzt auch mit einigem an Unterhaltungs-Content im Gepäck auf das Trittbrett des Blogger-Zuges geschwungen. Wo die Reise hingeht, finden wir in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam heraus – hast du Lust?

Ich bin dann mal hier.

Gleichgültig, wie du deinen Weg hierher auf diesen Blog gefunden hast – ich freue mich, dass du da bist! Vielleicht möchtest du auch gleich ein bisschen bleiben und ich darf dir eine Geschichte erzählen. Keine Aufreger-Story, keine lehrreiche Parabel, einfach nur eine kleine Geschichte über glückliche Zufälle und die schönen Seiten des Internets.

Beginnen wir am besten in einer Zeit, als Instagram noch ausschließlich quadratisch und werbefrei war, SWAG zum Jugendwort des Jahres gekürt wurde und sich Adele zum ersten Mal mit Rolling in the Deep an der Spitze der Charts die Seele aus dem Leib sang.

In diesem Jahr waren meine drei größten Wünsche, soweit ich mich erinnern kann, Tickets für irgendein Indierock-Festival, ein Paar hochgeschnittene Skinnyjeans (die waren damals noch äußerst schwer zu finden) und die Anerkennung der Menschen, von denen ich dachte, sie hätten den Style und die Weisheit exklusiv gepachtet. In diesen Dingen unterschied ich mich also wenig von meinen Altersgenossinnen.

Und doch fällt in eben diese Zeit ein besonders Erlebnis, ohne das ich wohl kaum heute hier sitzen und diesen Beitrag schreiben würde. Vielleicht kennst du das ja aus deiner eigenen Vergangenheit – manchmal stolpert man ganz unversehens in eine Situation, die sich im Nachhinein als wegweisend herausstellt.

Vom Scheitern und Schreiben

Nun befand ich mich im eben erwähnten Jahr mitten in meiner Schulausbildung zur Grafikerin und fühlte mich mit meinen zarten 16 Jahren schon mehr als bereit für die Arbeitswelt. Die Folge war ein etwas fragwürdiger Nebenjob in der Marketingabteilung eines Eventlokals. Du weißt schon, eine von diesen Locations, die oft genau so schnell wieder von der Bildfläche verschwinden, wie sie dort aufgetaucht sind.

Und leider, oder eigentlich eher zum Glück, war es auch mit diesem Lokal nicht anders und obwohl ich all mein Herzblut in meine Werbeflyer steckte und sie so ansprechend wie möglich mit halbnackten Frauen, Flammen und getunten Autos dekorierte, musste mein erster richtiger Arbeitgeber bereits nach einem halben Jahr die Schotten dicht machen.

In Folge dessen war ich prompt wieder auf der Suche nach meinem neuen Platz im Business und begann fieberhaft Bewerbungen für ein Sommerpraktikum zu schrieben. Und tatsächlich – als ich mich beinahe schon mit meiner zukünftigen Untätigkeit abgefunden hatte, bekam ich eine Zusage von einer lokalen Lifestyle-Illustrierten.

Bis zu diesem Zeitpunkt war ich überzeugt gewesen, das Grafikdesign aufgrund meiner Ausbildung meine einzige Kompetenz sei. Deshalb war ich auch entsprechend verunsichert, als mit bewusst wurde, dass das Praktikum alle Aufgaben im Magazin-Alltag umfassen würde – also auch Redaktion!

Ehe ich michs versah, fand ich mich in einer Nobel-Boutique wieder, wo ich nun ein Interview mit der Betreiberin über ihre aktuellen Kollektionen führen sollte. (Du kannst dir vielleicht vorstellen, was das Juli-Wetter und meine gewaltige Nervosität mit meiner 100% Polyester „Business“-Bluse von Primark angestellt haben.) Wieder zurück in der Redaktion verfasste ich durchnässt und voller Euphorie meine erste Mode-Reportage.

Fast noch mehr als meine eigene Begeisterung für diese neue Themen-Welt überraschte mich das positive Feedback der Chefredakteurin. Von da an ging ich völlig im Lifestyle-Journalismus auf, schrieb Beiträge, erstellte Fashion-Collagen und fotografierte Lookbooks. Ich war den ganzen Sommer lang so sehr Feuer und Flamme für meinen Job, dass ich gegen Ende meines Praktikums sogar den liebevollen Spitznamen „Die Superpraktikantin“ erhielt.

Und, auch wenn ich es damals nie vor meinem Freundeskreis zugegeben hätte, ich war schon etwas stolz darauf. Heute blicke ich gerne auf diese Zeit zurück, denn damals habe ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit etwas gemacht, das ich erst jetzt so richtig in Worte fassen kann:

Es ist unglaublich erfüllend, Inhalte zu schaffen, mit denen sich andere Menschen freiwillig in ihrer Freizeit beschäftigen. Seinen es nun Lifestyle-Magazine oder Blogs – für viele von uns sind diese Medien eine Belohnung für die Strapazen des Alltags, ein Ort an dem man sich wohl fühlt und sich inspirieren lässt. Schon allein deshalb ist es eine Ehre, wenn man selbst sie Möglichkeit hat, solchen Content für andere zu produzieren.

Mit dieser wenn damals auch noch wagen Gewissheit im Hinterkopf setze ich meinen Weg durch die Adoleszenz fort und absolvierte sogar noch ein weiteres textbasiertes Praktikum, von dem ich neben meiner Liebe zur Redaktion auch noch eine ausgeprägte Faszination für das Medium Werbetext mitnehmen konnte.

Kurz darauf entschloss mich mit meiner Reife- und Diplomprüfung in Grafikdesign in der Tasche für ein Bachelor-Studium in Sprachwissenschaften. Wie du dir vorstellen kannst, war nach meinen bisherigen, eher praxisorientierten Erfahrungen der akademische Alltag zunächst ein herber Schlag. Lediglich wissend, was ich nicht wusste verbrachte ich Tag um Tag mit unfreiwilligem Gehirnjogging und fand nur langsam in meine neue Routine.

Nach ein paar Wochen machte ich mich schließlich auf die Suche nach einem Studentenjob, denn wie vielen Neo-Akademikern war auch mir bald schmerzlich bewusst geworden, dass sich Mieten nun mal leider nicht von selbst bezahlen.

Mein erstes Vorstellungsgespräch hatte ich bei Lush – einem meiner liebsten Kosmetik-Anbieter, damals wie heute. Eingangs lobte die Store-Managerin noch mein ausführliches, vor Motivation strotzendes Bewerbungsschreiben. Doch als es daran ging, potenziellen Kunden eine Handmassage mit Produkt-Demo zukommen zu lassen, konnte ich an ihrem Gesicht ablesen, wie unbeholfen ich darin war.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass diese Job-Chance an mir vorüber gegangen ist. Stell dir nur vor, wie viele Menschen peinlich berührt von meinen Massageversuchen und meinem versteinerten Grinsen aus dem Lush-Store geflüchtet wären. Womöglich hätten sie dann auch für immer die Finger von großzügig bedufteter, tierversuchsfreier Kosmetik gelassen.

Nach diesem Rückschlag versuchte ich auf verschiedenen Job-Plattformen mein Glück und stieß so schließlich eines Tages auf eine Anzeige, mit der ich absolut nicht gerechnet hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Modeblogs für mich, wie für die meisten von uns, eine Inspirations- und Entspannungsquelle – mein stundenlanges genüssliches Schwelgen in ihnen war eine willkommene Abwechslung nach einem langen Uni-Tag.

Umso mehr überraschte es mich, also plötzlich die Anzeige für eine Redaktions-Stelle bei einem meiner liebsten lokalen Fashion Blogs vor mir auf der Seite einer Job-Börse auftauchte. Ich musste nicht zweimal überlegen, denn das war die Gelegenheit, wieder so erfüllt von einer Aufgabe zu sein, wie ich es nur damals von der Magazin-Redaktion kannte.

Ich stellte also so schnell ich nur konnte ein Bewerbungs-Portfolio zusammen und schickte es noch am selben Tag an Who is Mocca?.Und was soll ich sagen – den Rest der Geschichte findest du in mittlerweile hunderten von Trendreports und Kolumnen eben genau dort – auf einem der größten Blogs Westösterreichs. 

Rückblickend hatte mir in den Jahren zuvor eine Reihe von glücklichen Zufällen mehr als einen tollen Studentenjob beschert. Denn ich habe erfahren, was es heißt, voll und ganz glücklich zu sein, mit dem was man tut. Dem Bloggen habe ich es nicht nur zu verdanken, dass ich so viel Freude an meiner Arbeit habe, wie andere Menschen nur an ihrem liebsten Hobby, sondern auch, dass ich diese Freude mit Who is Mocca?’s Leserschaft teilen darf.

Mittlerweile habe ich auch meinen akademischen Schwerpunkt auf die Sprachstrukturen und sozio-linguistischen Eigenheiten von Blogs verlegt und obwohl dieses Thema mancher Orts noch ein bisschen belächelt wird, lasse ich mich einstweilen nicht davon beirren. Ich hoffe nur, ich bin im Forschen etwas besser, als ich es darin bin, Handmassagen zu geben.

Und dann wäre da noch das Hier und Jetzt, in dem ich mich, wie schon ganz zu Beginn der Geschichte erwähnt, nach einigen Ermutigungen Seitens meiner lieben Verena von Who is Mocca? daran gewagt habe, meinen allerersten, ganz persönlichen Blog in die Welt zu setzen. Ich hoffe sehr, es gefällt dir hier und ich darf dir auch in Zukunft ein paar kleine Geschichten über die schönen Dinge des Lebens erzählen. Bis bald!

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Kommentare (2)

  1. meine liebe, es ist einfach der Wahnsinn hier deine Art von Lebensweg zu lesen … wir Menschen sind ja alle so unterschiedlich und doch ist uns das Suchen und Finden wieder so gemein! wer geht schon einen gerade Weg nach vorne, wenn er auch ein paar Haltestellen apklappern kann – du verstehst sicher was ich meine 🙂

    ich freue mich dich auf deinem Weg hier zu begleiten!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    • Oh vielen Dank liebe Tina! Das sind so schöne Worte, mit denen du das beschrieben hast! Es freut mich sehr, dass du deinen Weg hierher auf den Blog gefunden hast! (Und bitte entschuldige die späte Antwort, ich muss mich hier noch etwas zurechtfinden hehe)

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