Wohnen von vorgestern, Edition 2018

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Birkenfurnier und Billy, das war gestern. Aktuell setzen wir lieber auf Möbel mit Geschichte, oder zumindest welche, die so aussehen, als hätten sie eine. Her mit Nierentisch und Nussholz, her mit Mid-Century-Charme! Aber wie kommt man zu stilvollem Retro-Interior? Und wie gehen große Möbelproduzenten mit dem neuen Trend um? Im heutigen Beitrag sehen wir uns das neue „Wohnen von vorgestern“ ein wenig genauer an!

Nicht ohne meinen Nierentisch – wir wohnen jetzt Retro

Dass Studenten mit einem begrenzten Budget gerne mal auf Sperrmüll-Möbel zur Komplettierung ihres WG-Zimmers zurückgreifen, ist ja nichts Neues. Doch irgendwie scheint es so, als wären gebrauchte Möbel im Oma-Look für trendbewusste Millennials mittlerweile weit mehr, als nur eine günstige Alternative zum allseits beliebten Billy-Regal. Tatsächlich hat sich um Vintage-Möbel ein regelrechter Hype gebildet, der sogar die Ikea-Designer dazu veranlasst, sich ihrerseits ein Beispiel am Interior des 20. Jahrhunderts zu nehmen.

Ja, die viel zitierte und mindestens genauso oft parodierte Millennial-Generation, der unter anderem auch ich angehöre, ist endgültig erwachsen geworden. Und auch wenn Fragen zu Karriereweg oder Kinderwunsch bei vielen noch offen sind, haben wir meist was die eigenen (natürlich oft gemieteten)vier Wände anbelangt recht konkrete Vorstellungen.

Mit dem Bedürfnis, uns stilvoll und den aktuellen Wohntrends entsprechend einzurichten, sind wir natürlich nicht allein. Interieur unterliegt genauso dem Zeitgeist, wie alle anderen Lifestyle-Bereiche und seit kurzem sehnen wir uns eben nicht mehr nach Innovationen, neuen Formen und Materialien, sondern greifen mit Vorliebe auf das zurück, was vor knapp 50 Jahren „hipp“ war.

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Photocredit: Ajeet Mestry on Unsplash

Bye-bye, Birkenfurnier?

Ich selbst erinnere mich noch gut an mein altes Zimmer in meinem Elternhaus – in den Jahren vor meinem Auszug war es eine kataloggetreue Zusammenstellung der IKEA-Malm-Linie in der Farbe „Birkenfurnier“. Damals lag das helle, unverkennbar Fließband-skandinavische Braun gerade im Trend und ich war äußerst zufrieden mit meiner Möbel-Wahl.

Als ich vor einigen Jahren in meine erste eigene Mietwohnung zog, verbannte ich prompt alles, was ich von meinem Jugendzimmer-Interieur mitgebracht hatte, in meinen Schrankraum. Dort sehen die Möbel aus meiner Teenagerzeit bis heute so gut wie kein Tageslicht und sind ein, zugegebenermaßen sehr geräumiger, Aufbewahrungsort für Socken und Schlaf-T-Shirts.

Aus nostalgischen Kaffee-Pläuschen mit Millennial-Freunden weiß ich, dass es vielen mit ihren mittlerweile aus der Mode gekommenen 2000er-Möbeln ähnlich geht. Doch was tritt an die Stelle von Birkenfurnier & Billyregal? Vom mickrigen WG-Zimmer bist zur schicken Yuppie-Bude zeichnet sich ein klarer Trend ab: Vintage Möbel, insbesondere im Mid-Century-Look lassen nicht nur Millennial-Herzen höher schlagen.

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photocredit: © IKEA

Der schlaue Schwede macht auf Vintage!

Dunkles Holz, Korbgeflecht, Polstermöbel in Retro-Farben – viele von uns suchen aktuell ihre Wohn-Highlights auf dem Flohmarkt oder auf Omas Dachboden. Die mühsam aufgestöberten Schätze werden anschließend in die eigenen vier Wände getragen (oder im Fall von antikem Vollholz eher gezerrt) und dort kreativ mit modernen Einrichtungselementen kombiniert. Der so entstandene Interior-Mix beeindruckt, mit ein paar stereotypen Topfpflanzen und formschönem Nippes aufgepeppt, gleichermaßen Instagram-Follower wie Real-Life-Dinnergäste.

Aber wenn wir uns ehrlich sind, ist der aktuelle Vintage-Trend zwar lobenswert nachhaltig und individuell aber dabei leider nicht unbedingt praktisch. Denn mal eben schnell zu IKEA fahren und sich mit neuen Möbeln eindecken, das hat schon was, nicht zuletzt auch deshalb, weil man sich nach dem Einkaufsbummel ein Softeis gönnen kann.

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photocredit: © IKEA

Doch siehe da – der Schwede hat unseren Wunsch nach fabrikneuem Interior im Retro-Look erhört! Seit einigen Saisonen wird das Sortiment in Korbgeflecht, dunklem Holz und Mid-Century-Designs kontinuierlich ausgebaut.

Anfangs war es in meinem lokalen Kleinstadt-IKEA nur ein Nierentisch in Nussholz-Optik, mittlerweile kann man sich jedoch mühelos ein vollständiges Mobiliar im Retro-Look zusammenstellen.

Besonders schön sind dabei auch die zahlreichen Deko-Elemente im Look & Feel der 60er und 70er. Makramee-Blumenampeln, das Zimmerpflanzen-Wunder unsrer Großmütter (auch bekannt als Monstera Deliciosa)und Körbe in den verschiedensten Ausführungen lassen kaum Vintage-Wünsche offen.

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photocredit: © IKEA

Und, hast du auch schon ein wenig die Interieur-Uhr zurückgedreht? Falls ja – muss es bei dir immer das Original sein oder darf der Schwede des Vertrauens auch gerne mal aushelfen? Ich bin gespannt!

 

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare (4)

  1. das ist mal eine coole Art von Interior-Edition meine liebe Reni 🙂
    ich stehe ja auch total auf den Vintage-Style wie du inzwischen wissen dürftest … aber weniger dieses Chabby-Chic und auch nicht ganz 70ies … irgendwas dazwischen vl mit gewissen Boho-Anklängen!

    Ratten mag ich total gerne und auch einen Nierentisch suche ich noch! bald ist Flohmarkt-Saision! 😀

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    • Vielen Dank liebe Tina! Freut mich, wenn dir der Beitrag gefällt – die Fotos sind eher symbolisch, weil mein eigenes Zuhause da nicht gerade repräsentativ ist 😉 Und der Boho-Look passt natürlich hervorragend zum Vintage-Thema, viele Stücke vereinen ja auch beides. Und ja, ich freu mich auch schon auf den ein oder anderen Flohmarktbesuch in den kommenden Wochen 🙂
      Alles Liebe und hab einen sonnigen Tag,
      Reni

  2. Schöner Post! Ich finde Ikea schon praktisch, aber eine schöne individuelle Mischung gefällt mir meistens am besten. Nach neuen Schätzen gucke ich gerne beim hiesigen Aktionshaus, da gibt es oft tolle Vintage-Schnäppchen =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

    • Vielen Dank! In Punkto individuelle Mischung kann ich dir nur Recht geben 😉 Und ja, das ist natürlich auch ein guter Vintage-Shopping-Tipp!

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